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Anmerkung: Das Gespräch wurde vor Ausbruch der Covid-19-Krise geführt.

Herr Strolz, Sie sind einer der wenigen Politiker, die den Zeitpunkt des Austritts aus der Politik selbst bestimmt haben. Vor allem auch nicht nach einer Wahlniederlage oder dergleichen. Wie viel Mut braucht es für so eine Entscheidung?

Mut hilft sicher auch. Ich glaube aber, dass es wichtiger ist, gut bei sich zu sein. Ich habe das nicht aus heiterem Himmel gemacht, sondern sehr klar begründet, zwei Hauptgründe und hundertdreißig Nebengründe. Die zwei Hauptgründe sind die Erkenntnis, die ich um die Jahreswende 2017/18 hatte: Wenn die vier Landtagswahlen im nächsten Halbjahr auch noch gut gehen, sprich drei von vier plus eventuell sogar eine Landesregierung, dann ist NEOS aus der ersten Startup-Phase erfolgreich draußen. Dann sind wir ein junger Erwachsener als Organisation. Zum Beispiel: Zum ersten Mal fähig in jedem Bundesland die finanziellen Ressourcen bereitzustellen, um eine Geschäftsführung professionell anzustellen, wenn auch mitunter nur Teilzeit. Das hatten wir alles nicht. Alleine, wenn du dir anschaust: Die ÖVP Niederösterreich hat hundert bezahlte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und kontrolliert die ganze Wirtschaftskammer, den Wirtschaftsbund, die Landwirtschaftskammer. Das heißt, die hat hunderte von Leuten, wenn nicht tausende, unter ihrer Verfügung. Wir hatten nicht einmal eine Teilzeitkraft. Das ist nicht David gegen Goliath, sondern wie barfuß Champions League zu spielen.

Das heißt, die Erkenntnis, wir sind so weit; und im Augenwinkel sehe ich meine Nachfolgerin, die bereit ist, sogar schon etwas ungeduldig und in ihrer Entwicklung so weit, dass ich ihr das voll und ganz zutraue. Nach außen habe ich es ihr immer schon zugetraut und die Leadership-Themen im Inneren hat sie über die Jahre davor beeindruckend aufgebaut. Etwa in der Leitung von Wien, wo sie 23 Bezirksgruppen zu führen hatte. Das hat sie gut gemacht.

Die zweite Erkenntnis war, dass mich die Familie mehr braucht als früher. Da hatten sich irgendwo die Energien und Nerven erschöpft. Bei mir und meiner Frau. Ich musste also mehr präsent sein. Dann war es ein Glücksfall, dass sich das genau getroffen hat. Ich bin ein Systemiker. Ich glaube, dass sich die Systeme – nämlich die Partei, die Familie und ich persönlich als sozial-biologisches System Mensch – das intuitiv und analytisch so eingeteilt haben, dass es auf diesen Zeitpunkt hin rüttelt, wo ich gut übergeben kann. Natürlich würden trotzdem manche Amtsinhaber noch bleiben. Weil sie es nicht spüren, weil das Ego im Weg steht, oder weil materielle Opportunitäten, Angst oder sonst etwas im Weg stehen. Davon musst du dich aber befreien. Dafür braucht es Mut. Und in der Umsetzung der Übergabe dann Glück, damit es rund läuft. Davon hatte ich auch ordentlich viel.

Die Mutter der Entscheidung war quasi die Wahrnehmung dieser zwei Sphären. Kairos sagen die alten Griechen, die Lehre vom richtigen Zeitpunkt. Nicht nur der metrische Zeitbegriff – Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Monate, Jahre. Sondern ein Gespür zu haben, wann ist die Zeit reif für was? Die Zeit war reif für eine Übergabe. Ich war sicher, ich handle in voller Verantwortung, ich verletze sie nicht einen Prozentpunkt. Nicht gegenüber der Partei und nicht gegenüber der Familie.

Die Jahre davor waren eine riesige Challenge, aber hoffentlich grosso modo okay für die Familie. Natürlich gab es oft Vereinbarkeitsthemen und manche sagen, du hast deine Kinder sieben Jahre lang nie gesehen, und jetzt wolltest du sie wiedersehen? Nein. Ich war nach meinem Eindruck ausreichend und liebevoll präsent. Mit allen Herausforderungen, die man mit drei Kindern halt so hat, egal welchen Beruf man wählt. Ich denke, unsere Kinder können da auch was mitnehmen: Voll und ganz in die Berufung zu gehen ist etwas ganz Großes, wenn die Berufung positiv, sinnvoll und konstruktiv ist und für das große Ganze einen Beitrag leistet. Genau das habe ich gemacht.

Aber natürlich ist Politiker ein Bühnenberuf und etwas, das dein Ego streichelt. Dessen musst du dir bewusst sein – gerade auch bei einer anstehenden Amtsübergabe und als Gründer. Du musst die Dinge in der Selbstanalyse gut auseinanderdividieren. Das war mir schon immer wichtig. Egal ob in der Wirtschaft oder Politik, als Führungsperson kannst du die Aufgabe der Übergabe, einer Generationenübergabe, nicht delegieren. Das ist Teil deiner Führungsaufgabe. Wenn du die nicht gut löst, hast du dein Leadership ein Stück weit verwirkt. Das passiert oft in der Politik. Pröll hat es eigentlich gut gemacht, bei Häupl war es fragwürdig. Pröll hat es aber auch fünf Jahre zu spät gemacht. In Deutschland Angela Merkel, ein Jammer! Sie hat über all die Jahre Übermenschliches geleistet und findet den Ausgang nicht. Das ist echt ein Jammer. Nicht gut für das Land, beschädigt das Land und ob der Größe des Landes auch den Kontinent in seiner Stärke. Es beschädigt die Partei und es beschädigt sie und ihr Lebenswerk. Es ist elend ihr zuzuschauen. Das ist sehr schade. Diese Krankheit wollte ich nie bekommen, die “Alte-Männer-Krankheit”. Mittlerweile auch für Frauen ansteckend.

Dadurch beantwortet sich auch schon in Teilen die Frage, weshalb man in der Politik einen geordneten Rückzug selten sieht. Warum findet kaum jemand den richtigen Zeitpunkt?

Politik ist wohl ein Job für „Triebtäter“. Die wollen etwas gestalten, etwas bewirken. Das halte ich für positiv. Dann ist es auch ein Job für Machttriebtäter, die sich an der Macht delektieren. Das war für mich nie ein zentrales Kalkül, was mir mitunter auch zum Nachteil gereichte. Dadurch war ich reinen Machtplayern mitunter ein Stück hinterher. Die sind hemmungsloser, brutaler.

Ich „kann“ natürlich Macht und ich brauche sie auch, aber für mich ist sie nicht der Trigger, der mich in die Politik zieht. Für andere wohl schon. Und für viele die Aufmerksamkeit. Applaus als Koks für die Seele. Davon wirst du abhängig. Das können sich manche gar nicht vorstellen, wie es ein halbes Jahr nach dem Abgang sein soll, wenn du keine Macht und Aufmerksamkeit mehr hast. Niemand ruft dich mehr an, keiner fragt dich um Entscheidungen. Im Gegenteil, all jene, die du in deinen letzten Jahren mit einem Bodycheck touchiert hast, zahlen es dir dann zurück. Viele Politiker teilen aus und behandeln andere schlecht. Sie haben dann Angst, in der „Pension“ auch schlecht behandelt zu werden. Herabgewürdigt zu werden, von ehemaligen Untergebenen und so weiter. Ich beobachte das voller Faszination als „Sozialvoyeur“, der natürlich auch in der Politik ganztags versorgt war. Wenn du so wie ich gerne Sozialdynamiken studierst und mitgestaltest, ist das ein geiler Job. Das sitzt du zwölf Stunden in einem Raum mit anderen. Ich bin nur am Analysieren dort drinnen. Was dort abgeht ist geil. HC-Strache-Watching, Glawischnig-Observing. Mich fasziniert das Zusammenleben von Menschen. Ich habe Politik geliebt und liebe sie immer noch. Aber manche Liebe darf auch einen Ruheplatz für ein paar Jahre finden.

Es muss schwer vorstellbar sein, nach der Zeit in der Politik etwas Anderes zu machen?

Es ist eine anspruchsvolle Neuerfindung, aber ich hatte viel Fantasie dazu und ging es Schritt für Schritt an. Erstens war mir ein sauberer Übergang und eine geordnete Übergabe wichtig. Das war ich meiner Bewegung schuldig, meinem Land und meinen eigenen Maßstäben. Ich wusste, wenn das gelingt, werden ich auch danach viele Angebote bekommen. Wenn du einen schlechten Abgang machst, dann fragt dich keiner mehr. Wenn du einen ordentlichen Abgang machst, hast du so viele Kontakte erworben und Menschen getroffen; ich bin da gar nicht nachgekommen mit Gesprächsanfragen. Ich hatte schon mit vielen Ex-Politikern darüber gesprochen, wie es in der Pension ist. Allerdings war mein Fall etwas anders gelagert. Es ist unüblich, wenn du mit noch voller Kraft gehst.

Das „große Loch“, von dem manche sprechen, gab es bei mir nie. Ich habe gesagt, ich will nichts in der Hand haben nach der Übergabe. Ich will freie Hände haben. „Only empty hands can receive.” Ich habe gewusst, ich werde ein Buch schreiben. Auch da haben sich sechs Verlage gemeldet. Wunschprogramm ist es aber keines. Eigentlich wollte ich nach Deutschland, das ist sich zeitlich nicht ausgegangen. Jetzt mache ich noch einmal in Österreich ein Buch, dachte ich mir. Das war auch gut so, es ist ein Bestseller geworden, ich war viel auf Tournee. Und dann wirst du überhäuft mit Zuschriften aller Art: Zivildiener schicken mir Anfragen, ob ich ihnen Geld schicken kann für irgendwelche Projekte. Die Leute glauben, du hast Geld, weil du eine Person des öffentlichen Lebens bist. Das ist ein Irrtum. Ich habe die Nachzahlungen des Parlaments gekündigt, für das AMS bist du als Ex-Politiker kein Fall und ich wollte auch nicht auf die Titelseite der U-Bahn-Zeitung kommen. „Strolz fastet auf unsere Kosten im Waldviertel“ oder „Strolz liegt in Goa auf deinem Gehaltscheck“. Da habe ich mir gedacht, nein, lieber keine Kohle. Die Cash-Burn-Rate unserer Familie war dann so, dass ich nach einigen Monaten abgebrannt war. Im Dezember war ich dann schon im Minus. Im Jänner letzten Jahres wollte ich aber noch nach Indien. Also habe ich mir von meinem Verlag einen Vorschuss geben lassen, bei Vertragsunterzeichnung. Obwohl wir nicht einmal gewusst haben, wie das Buch heißt und was es genau wird. Aber sie haben mir vertraut.

Ich habe wirklich die unterschiedlichsten Angebote bekommen. Einer wollte, dass ich CEO vom weltgrößten Fonds werde. Ich habe gestaunt und das für eine Verwechslung gehalten. Das hat ja nichts mit mir zu tun. Der hat aber quasi nur meine Energie gesehen und sich gedacht, es wäre cool, diese in seinem Haus zu haben.

Ich bin auf vielen Feldern aktiv. Autor, TV-Schaffender, Publizist, ich bin auch in einem Startup mit Salzburger Wurzeln engagiert: story.one. Da ich kein Geld auf der Kante hatte, bin ich mit sogenanntem Sweat Equity dabei. Ich habe mich nicht einkauft, aber ich habe einen Kopf und zwei Hände, ich bringe mich ein, mit dem was ich kann, bin und will. Dieses Startup ist großartig. Geschichten erzählen macht die Menschen froh. Und es verbindet uns Menschen. Wir haben da konkrete Ambitionen: Wir bauen die führende Story-Plattform der Welt.

Außerdem bin ich als systemisch-integraler Berater und Coach tätig, mache auch Einzelcoachings und begleite punktuell Industrieunternehmen. Vieles mache ich ehrenamtlich, zu viel. Ich will das reduzieren, gelingt mir aber nur schlecht. Es war zu viel in den letzten Monaten – vor allem von September bis Dezember.

Bei „Willkommen Österreich“ haben Sie sich selbst als Anpacker bezeichnet. Vielleicht hängt das auch mit Ihrer Kindheit als Bergbauernbub zusammen. Wir haben von Ihnen schon gehört, was Sie alles anpacken, aber was davon war für Sie besonders bedeutend?

Zum Thema Anpacken: Ich merke, dass sich das in meiner zweiten Lebenshälfte wandelt. In meinem letzten Buch „Sei Pilot deines Lebens“ habe ich beschrieben, dass sich die Lebensenergie in der zweiten Lebenshälfte dreht. Es wandelt sich von „ich will, ich muss, ich packe an“ hin zu „ich bin bereit“. Das ist eine sanftere Energie, die ist weiblicher und achtsamer. Sie hat weniger Schnellkraft, dafür einen beachtlich langen Atem. Bei mir kommt hinzu, dass ich körperlich durchaus eine Art von Erschöpfung gespürt habe. Bei jedem Anpacken frage ich mich jetzt, will ich das wirklich anpacken?

Es wurde beispielsweise von einigen an mich herangetragen, die Präsidentschaft des Europäischen Forum Alpbach zu übernehmen. Ich halte andere Menschen aber für berufener als mich und ich will es derzeit nicht anpacken. Es wurde auch abgeklopft, ob ich bereit wäre, Minister in dieser Regierung zu werden. Nein, will ich nicht. Erstens habe ich mit dieser Regierung nichts zu tun. Denen ist das, was mir wichtig ist, nicht wichtig, im Bildungsbereich. Zweitens wäre es ein reiner Kampf. In dieser Phase meines Lebens will ich nicht kämpfen, das habe ich hinter mir. Ich will eher mit dem, was ich bin, Gelegenheiten ergreifen. Es macht mir zum Beispiel große Freude, in Afrika Oppositionsparteien im Aufbau zu unterstützen. Ich habe den Eindruck, da kann ich wertvolle Beiträge leisten. Es macht mir Freude ein Buch zu schreiben und zu sehen, dass es Menschen inspiriert. Es macht mir Freude darüber zu erzählen. Bei meinen Vortragstouren kommen fünfmal so viele Leute wie zu meiner parteipolitischen Zeit.

Das war aber alles nicht die Frage. Die Frage war, was ist mir am besten in Erinnerung? Ja, Familie ist mir jeden Tag in Erinnerung. Jeden Tag klingelt der Wecker und ich frage mich, warum genau schlafe ich heute nicht aus? Familie ist eine Form des Anpackens, bist du deppert. Das ist viel Verantwortung, viel Leidenschaft, viel Logistik, viel Geld. Aber auch natürlich berührend. Das Größte, das ich je gemacht habe. Das teile ich mit Milliarden von Menschen. Insofern ist das nicht besonders außergewöhnlich, aber trotzdem mein größter Grenzgang.

Die Parteigründung kommt dann wohl als zweiter großer Grenzgang. Es war ein wildes Anpacken. Ich habe über mehr als sechs Jahre jede Nacht von NEOS sogar geträumt.

Unternehmerisch habe ich natürlich das eine oder andere angepackt. Mein Unternehmen von damals gibt es immer noch, ich habe damit aber nichts mehr zu tun. Auch hier ist zum Glück eine geordnete Übergabe gelungen. Ich habe Vereine für das Europäische Forum Alpbach mitgegründet, drei an der Zahl. Die haben sich dann verzehnfacht, nach meinem Abgang. Die gibt es heute von Großbritannien bis tief in den Süden und Osten. Ich habe gesehen, das meine Übergaben Dinge oft auch beflügelt haben. Ich habe schon so viele Dinge übergeben, manche sind gestorben, aber die Großzahl ist danach aufgeblüht. Das könnte man so lesen, dass ich das Problem war (lacht). Das glaube ich nicht ernsthaft. Aber jede Phase braucht eine andere Energie. Gründer ist beispielsweise eine andere Rolle als Oppositionsführer. Die Beate Meinl-Reisinger etwa ist eine extrem lustvolle Oppositionsführerin. Das ist mir gar nicht so gegeben. Dieses Kritisieren empfinde ich mehr als Selbstvergiftung. Das war für mich stets eine Überwindung. Ich bin am Abend mitunter paniert heimgekommen. Sebastian Kurz habe ich dann einmal erzählt, dass es für mich eine große Überwindung sei, ihn heftig zu kritisieren. Da hat er mich seicht angelacht. Das hat er mir wohl nicht geglaubt. Aber das ist so. Wenn ich so paniert heimgekommen bin, hat meine Frau mich gelegentlich gefragt, was heute wieder los war? Ich habe dann gesagt, heute musste ich den Kurz wieder hart kritisieren. Du musst als Opposition in einer Mediendemokratie wie heutzutage so dermaßen hart zuschlagen. Du musst in der Früh aufstehen und dich fragen, wem haue ich heute mit Anlauf aufs Schienbein? Ich habe immer das Gefühl gehabt, ich schlage dabei auch mich ein wenig. Jedenfalls meine Ideale. Ich habe das schon immer gespürt und ich habe auch beobachtet, wie es andere bis zum Geht-nicht-mehr vergiftet hat.

Sind Sie denn heute ein weniger politischer Mensch als früher?

Ich bin weniger parteipolitisch, aber ich bin gleich politisch.

Vermissen Sie die politische Konfrontation?

Ganz selten. Meist vermisse ich sie nicht. Im Gegenteil, letzte Woche – als gerade wieder das Migrationsthema aufgeplatzt ist – war ich in Südafrika und habe dort Oppositionsparteien unterstützt. Ich bin so froh, dass ich dort war. Da konnte ich in Sachen Migration einen konkreten, sinnvollen Beitrag leisten. Es wäre mir ein Graus gewesen, mich hier daheim in diesem seltsam ritualisierten Schlagabtausch über Migrationspolitik – eine Kulmination an Schwachsinn, der von sämtlichen Seiten kommt – zu beteiligen.

Also haben Sie gesehen, wo Anpacken sinnvoll ist und wo nicht?

Ja und Nein. Auch Oppositionspartei im österreichischen Parlament zu sein, macht Sinn. Das braucht es dringend, bei dem was die Regierung aufführt und bei dem Umstand, wie hemmungslos das Selbstverständnis mancher Machteliten ist. Ohne Opposition bist du in zehn Jahren in einem autoritären Regime. Da fährt die Partie in zehn Jahren an einem Orbán vorbei. Nicht aus Böswilligkeit. Das habe ich auch dem Sebastian Kurz gesagt. Ich glaube nicht, dass es Böswilligkeit oder ein großer Plan ist. Oft werden die auch Passagiere ihrer eigenen Dynamik. Ich bin Systemiker und habe dazu auch dissertiert. Die Betriebslogik von politischen Organisationen – egal ob Diktaturen oder Demokratien – ist Macht. Machtausübung, Machterhaltung, Machtausdehnung. Kann ich es ihm übelnehmen, dass er sich dieser Betriebslogik hingibt, die quasi die Muttermilch jeder politischen Organisation ist? Nein, kann ich nicht. Ich habe ihm gesagt, dass die größte Gefahr für ihn und für das Land ist, dass er Passagier seiner eigenen Dynamik wird. Er meinte, naja, er kennt so meine Sprachbilder und die sind eh ganz nett. Aber ich wüsste selbst nicht so genau, was ich meine. Oh ja, das weiß ich schon. Ich glaube nicht, dass Orbán ein Buch auf dem Nachtkästchen hat, auf dem draufsteht: „How to become illiberal“. Nein. Orbán war ein liberaler Posterboy und wurde quer durch Europa gereicht. Von der Politischen Akademie der ÖVP bis in den liberalen Parlamentsklub im Europäischen Parlament.

Alle haben darin eine liberale Hoffnung, einen aufstrebenden Stern in Mittel-Ost-Europa gesehen. Dann hat eben der Stern irgendwie einen anderen Lauf genommen, weil er offensichtlich Gefallen an der Macht gefunden hat. Er hat sich dann weniger die Frage gestellt, was er inhaltlich bewirken will, sondern wie kann er seine Macht halten, ausüben und maximieren? Dann hat er beobachtet, dass liberal zwar cool ist, aber nicht effektiv. Deswegen kam er auf die Idee, illiberal zu werden. Weil es effektiver war für seine Machtlogik. Nach den letzten Wahlen meinte er, er wolle nun nicht die illiberale Demokratie, sondern die christliche Demokratie. Er dreht das Rad stetig weiter.

Sie sind selber sehr bekannt für Ihre Debatten und Interviews. Beispiele hierfür sind vor allem die „toten Pferde“ oder „die Fürsten der Finsternis“ oder wie Sie zuvor gesagt haben „Barfuß Champions League spielen“. Ist jetzt diese Sprachrhetorik Teil des Politikers Matthias Strolz oder ist das auch die Privatperson?

Ich denke am Mittagstisch passt es ganz gut, auch mal seinen Mund zu halten. Jedoch dort, wo ich eine Rolle in einer Öffentlichkeit oder in einer qualifizierten Öffentlichkeit habe, betrachte ich es so: Ich möchte memorierbar sein – sprich erinnerbar und effektiv kommunizieren. „That´s it“. Das ist relativ einfach.

Manche Bilder sind unerzogen, manche unpassend, viele Vergleiche hinken, aber ich versuche es eben in ein Bild zu fassen. Ansonsten bleibt es den Personen nicht so lange im Gedächtnis.

Warum sollte ich in Österreich theoretisch über Illiberalismus referieren? Das interessiert hier kaum Jemanden. Welche Bilder würden also meine Botschaft kommunizieren? Wenn ich von der Chancenfairness als ein Kind des Liberalismus spreche, wird sich das keiner merken, außer Politikstudenten. Wenn ich es illustriere und sage: „Wir haben Ausländerkinder jetzt über vier Jahrzehnte in Sonderschulen gesammelt. Die Leithypothese ist also, dass türkischstämmige Kinder doppelt so blöd sind wie österreichische Kinder.“ Dann fangen die Menschen erst zum Nachdenken an. Konkrete Bilder: „Du siehst ein Mädchen irgendwo am Naschmarkt oder in der Getreidegasse in Salzburg und du erkennst, dass es türkischstämmig ist. Schau dir dieses Mädchen an, schau ihm in die Augen und frage dich: Hat es aufgrund seiner Familiengeschichte eine geringere intellektuelle Kapazität? Verdient es weniger Lebenschancen? Glaube ich das oder glaube ich das nicht?“ Danach fangen die Menschen an über Chancenfairness nachzudenken.

Ich muss ihnen Bilder mitgeben und die dürfen auch brutal sein, weil das Leben mitunter brutal ist. Wenn 71 Leichen aus einem Lastwagen auf einer burgenländischen Autobahn tropfen, dann darf man das auch so benennen. Jedoch war dann Empörung im Plenarsaal des Parlaments, weil man das so nicht sagen sollte. Wenn es aber so ist, dann darf man es sagen. Dann muss man es auch sagen. Dann kann man nicht sagen: „Dort sind tote Körper hinter einer Ladevorrichtung.“ Nein, hier tropfen Menschen aus dem Lastkraftwagen. 71 tote Menschen.

Da hat auch der linksliberale Hegemon sich falsch entwickelt in den letzten Jahrzehnten. Zuviel Doppelbödigkeit. Und diese Besessenheit mit politischer Korrektheit. Er wird immer abstrakter. Das wiederum hat zu Phänomenen wie Trump geführt. Immer mehr Menschen hatten das Gefühl, dass die linksliberalen Eliten nichts mehr vom Leben verstehen. Und sich auch nicht mehr dafür interessieren. „Die kümmern sich um den letzten, homosexuellen, dunkelhäutigen Rollstuhlfahrer. Aber nicht um mich. Die können mich mal. Die können schei* gehen!“ Das war oder ist die Empfindung von Millionen von Menschen. Dem FPÖ-Wähler in Favoriten genauso wie dem Arbeitslosen im Rust Belt im Nordosten der USA oder dem Brexiter in Wales. Deshalb haben sie gesagt: „Wer diesen abgehobenen Typen einmal täglich aufs Knie schei*t, den wähle ich.“ Dann kamen Trump, Bolsonaro und alle weiteren Verrückten und haben gesagt: „Ich mach das. Jeden Tag mit Leidenschaft.“ Deswegen dürfen diese Typen nun Dinge machen, die noch vor fünf Jahren völlig unvorstellbar waren. Aus diesem Grund muss man es so obszön benennen, weil das, was hier unterwegs ist, zutiefst schamlos ist. Je obszöner sich diese Typen verhalten, desto effektiver können sie Sachen machen, die bislang unvorstellbar gewesen sind in einer Demokratie.

Der amerikanische Präsident kann sagen: „I could grab any pussy I want.“ In fünf Minuten wäre das der Rücktritt für jeden westlichen Regierungschef gewesen. Dem amerikanischen Präsidenten bringt es aber Stimmen und das traurige ist, sogar Frauenstimmen. Dass er jeder Frau an ihr Geschlechtsteil greifen kann und es cool findet, das zu sagen und sich dabei männlich fühlt. Hier sind wir in einer wilden Phase der Menschheitsgeschichte, gerade auch in den Demokratien. Es hat damit zu tun, dass der linksliberale Hegemon, der seit 1968 die Entwicklung unserer Gesellschaften angeführt hatte, sich pathologisiert hat. Er ist krank geworden. Erstens hat er sich selber überhöht, zweitens hat er gelogen, drittens hat er eine effektive Sprache verloren. Hier stellt sich die Frage, ob er wieder gesunden kann? Nur dann kann er zurück ans Ruder. Oder wir verharren in jener identitätspolitisch-nationalistischen Regression, die derzeit den Planeten überzieht. America first, Brasilia first, Bayern first, Austria first, me, myself and I first. Bleiben uns die Trumps, Bolsonaros – und in eleganterer und natürlich manierlicherer Form – die Kurzes noch erhalten auf eine Generation? Die dritte Option ist: Kommt ein anderes leading edge? Zum Beispiel ein integraler, ein ganzheitlicherer Ansatz? Vielleicht ist es dazu noch zu früh. Vielleicht brauchen wir noch mehr Krise, bis das für zahlenmäßig relevante Bevölkerungsgruppen anschlussfähig wird. Manches in diese Richtung habe ich bei unserer Parteigründung probiert. Dabei habe ich viel gelernt. Zum Beispiel weg vom BIP, vom Bruttoinlandsprodukt, als zentrale Steuerungsgröße unsere Gemeinschaft. Das BIP freut sich, wenn du einen Autounfall hast. Das ist doch krank, sowas als Steuerungsgröße zu haben. Wir müssen doch hin zu einem ganzheitlicheren Wohlstandsverständnis. Das habe ich schon 2014 vorgeschlagen: einen neuen Wohlstandsindikator mit 36 Treibern, von Umwelt, Sozialausgaben, Bildung, Gesundheit, Familie, Wirtschaft – alles gehört da rein. Vielleicht bin ich da auch zu wenig vehement draufgeblieben – sowohl intern als auch extern.

Fehlen solche Persönlichkeiten wie Sie, die sozusagen das Kind beim Namen nennen?

Ich meine, andere können es ja auch und ich finde das ist auch ein Teil von Sebastian Kurz’ Folge, dass er die Kinder teilweise beim Namen nennt. Das muss man ihm auch zugestehen. Ich finde, dass hier auch der Werner Kogler beachtliche Qualitäten hat, gerade heraus zu sprechen. Auch Beate Meinl-Reisinger natürlich. Das ist ja auch eine der Schwächen von zum Beispiel der SPÖ Chefin. Ich schätze Rendi-Wagner persönlich sehr. Sie ist gescheit. Sie hat kein übersteigendes Ego, was wir brauchen könnten in der Spitzenpolitik. Jedoch gibt es irgendwo eine Ladehemmung. Wenn die Menschen sie sprechen hören, dann haben sie das Gefühl, das kommt von irgendwo, aber nicht aus ihrem Herzen. Sie hat einen Filter eingebaut, der sie als Kommunikatorin ineffektiv macht. Was sehr schade ist. Das wäre eine schöne Kanzleroption gewesen.

Wo sehen Sie die NEOS heute?

Sie sind eine aufstrebende Kraft im Parlament in Österreich und im Europäischen Parlament sowie in der europäisch-liberalen Parteienfamilie gut verankert. Ich glaube, dass sich die NEOS bereit machen sollten für den Tag, an dem das „System Kurz“ kollabiert. Der Tag wird kommen, aber er ist noch „far down the road“.

Der kommt noch nicht morgen, noch nicht übermorgen, aber er wird kommen und dann wird ein großes Vakuum aufgehen und mitunter für diesen Tag haben wir diese Bewegung gegründet, weil wir gewusst haben, die Zweite Republik braucht neue Player, die nachhaltig gestalten können. Politische Kräfte, die intellektuelle und moralische Integrität anbieten können. Die das auch in politische Lösungen übersetzen können. ÖVP und SPÖ sind im Niedergang, das ist unaufhaltbar, so wie es aussieht. „Die neue ÖVP“ ist sozusagen ein Moratorium, das „System Kurz“ verzögert diesen Prozess nur. Mit ÖVP und SPÖ sind die zwei bislang staatstragenden Parteien der Zweiten Republik im Niedergang. Da war klar, es braucht einen zusätzlichen, neuen Player, sonst wird es bitter. Sonst wird es einen rechtspopulistischen Kanzler – den haben wir bereits, Entschuldigung – einen rechtsradikalen Kanzler geben.

Man kann viel kritisieren am aktuellen Regierungschef. Man kann auch versöhnlich draufschauen und feststellen: Wahrscheinlich ist es gut, dass der Kanzler Kurz heißt und nicht Strache. Wobei ich den HC Strache persönlich mag. Ich mag ihn als Mensch, seine Politik halte ich für jenseitig, und ich hielte ihn für den grundfalschen Kanzler.

Wenn es also ein politisches Herzensanliegen gibt, welches Sie jetzt sofort anpacken möchten, rein hypothetisch, was wäre das?

Den Weltfrieden.

Abgesehen davon?

Der ist schon wichtig. Ich habe mich heute Morgen geärgert. In der Früh, als ich im Morgenjournal hörte, dass sich Merkel derzeit für eine Flugverbotszone in Syrien einsetzt. Das habe ich vor acht Jahren gefordert. Freilich als ganz kleines Zahnrad im internationalen Politikbetrieb. Aber genau das bräuchten wir doch seit Jahren. Warum kommt eine deutsche Kanzlerin mit ihrem Kampfgewicht erst jetzt mit so einem Vorschlag? Das bringt mich zum Verzweifeln.

Zuerst werden Millionen von Menschen vertrieben, vergewaltigt und getötet, bis etwas kommt, was offensichtlich denkbar und damit möglich ist. Wieso gab es dafür keinen politischen Willen? Wir hätten natürlich vor neun Jahren den Putin an Board bekommen, wenn man Putin auch verstanden hätte. Der wollte Anerkennung, die haben wir ihm nicht gegeben. Dann hat er begonnen, sich auf die politische Weltbühne zurückzubomben.

Putin hat den Krieg als politisches Mittel nach Europa zurückgebracht. Unter anderem deswegen, weil wir ihm zu wenig andere Optionen gegeben haben. Die Hauptschuld ist schon bei ihm, aber wir sind halt auch ziemlich ignorant, weil Europa nicht handlungsfähig ist. In Europa fühlt sich niemand zuständig.

Wir müssen Europa handlungsfähiger machen, und sind so weit davon entfernt. Die nationalen Regierungschefs sind hier unglaublich ignorant und uninspiriert. Sie handeln grob fahrlässig. Da stehen 27 Regierungschefs und Außenminister in der Früh im Badezimmer, putzen sich die Zähne und haben gute Ideen. „Eigentlich könnten wir … Man müsste doch heute … Das wäre wichtig…“. Und dann sind sie mit dem Zähneputzen fertig und sagen: „Zum Glück bin ich nicht zuständig.“ Genauso entsteht Krieg. In Nordafrika, in Syrien und in der Ostukraine. All das wäre mit mehr Hirn, Herz und Intuition – mit Hineinspüren und Wahrnehmen – wandelbar gewesen. Es bringt so viel Leid und so viel Elend! Es nimmt uns so viele Entwicklungschancen.

Krieg bedeutet so viel Grausamkeit, so viel Ressourcenvernichtung. Könnten wir das Geld einsetzen, das wir in die Rüstungsindustrie lenken, dann würde kein Mensch mehr Hunger leiden. Wir könnten schlagartig eine Chancengesellschaft quer über diesen Planeten etablieren. Alles Utopie. Aber im Kleinen muss man immer wieder dafür kämpfen, denke ich.

So frisst sich einstweilen der Krieg heran, an unsere Noch-Union. So wie Putin ihn in Europa zur Möglichkeit gemacht hat, sind wir natürlich nicht davor gefeit, dass wir in 20 Jahren an weiteren Grenzen oder gar innerhalb der – dann wohl ehemaligen – EU wieder dort landen.

Beispiel Balkan in den 90er Jahren: Haben wir den Brand löschen können? Nein! Wir mussten den Sheriff aus Washington anfordern und der hat das dann irgendwie erledigt, für uns. Ich hätte keine Lust beim nächsten Brand den Sheriff in Washington anzurufen. Der sitzt vermutlich gerade am WC und twittert irgendwelche irren Sachen. Wenn er dann kommt, macht er nur Sche*ße. Die Amerikaner machen in den letzten Jahrzehnten viel Bullshit.

Sie haben die ganze Welt belogen beim Irakkrieg. Ein paar 100.000 Tote aus innenpolitischem Kalkül? Ja, warum nicht?! Sie sind eine moderne Kriegsnation. Die USA haben unglaubliche Verdienste, auch für unsere Lebensumstände und unseren Wohlstand, sonst würden wir heute nicht hier sitzen, sondern Nazi-Lieder singen und draußen salutieren. Sie machen jedoch in den letzten Jahrzehnten echt viel groben Bullshit. Trump ist da nur ein weiterer Kulminationspunkt.

Ich verstehe dann die Chinesen, die beginnen, ihre Machtambitionen hemmungsloser auszuleben. Nur die machen gerade auch sehr viel Letztklassiges. Wenn ich sehe, wie sie Staaten bewusst in die Verschuldungsfalle treiben, wenn ich sehe, wie sie weite Teile Afrikas mit einer Form des Neokolonialismus überziehen. Die machen das sehr clever. Aber das ist Brutalität. Gleichzeitig machen sie auch viel Gutes, weil sie beispielsweise Infrastruktur bauen. Von Europa kommt hier ja nichts. Wirtschaftlich sind wir als EU noch immer der größte Block der Welt, aber gestaltungspolitisch sind wir Zwerge. Wir ergeben uns in nationalen, innenpolitischen Kirtagen. Eine fürchterliche Form der Selbstverzwergung.

Wenn wir hier keine Umkehr schaffen, werden unsere Kinder und Enkel einen hohen Preis dafür zahlen. Sie werden die 24-Stunden-Pflege in Peking und Shanghai machen. Windeln wechseln für Chinesen, auf das WC gehen mit Chinesen, das Essen zubereiten für Chinesen. Bitte keine Verwechslung: Ich halte diese Arbeiten für wichtig und es ist unglaublich, wie respektlos wir selbst derzeit mit unseren über 50.000 24-Stunden-Pflegekräften umgehen. Fast alle Ausländer. Und es interessiert uns einen Dreck, außer wir sind selbst betroffen. Nochmals: Diese Arbeit ist wichtig. Genauso wie jene in der Gebäudereinigung, in der Baugrube … Aber freilich wünsche ich mir für unsere Kinder und Enkel andere Optionen, als dies zu einem Hungerlohn im fernen Ausland verrichten zu müssen. Das ist nicht die Abteilung: „Ich mach dann mal ein Au-pair-Jahr“, sondern sie werden sonst keine andere Möglichkeit mehr sehen, um über die Runden zu kommen. Es ist ja auch nicht so, dass unsere 24h-Pflegekräfte das derzeit freiwillig machen. Sie sehen für sich zumeist keine anderen Optionen.

Natürlich, in drei, vier Jahrzehnten können sich die Dinge weit verschieben. So wie der Libanon einst die Schweiz des Nahen Ostens und Afghanistan ein blühendes Land war. So wie der Iran einst ein Land war, in dem Frauen mit Sonnenbrille und kurzen Miniröcken herumgelaufen sind. Noch in den 70er Jahren. Warum nicht? Es kann schon mal das Licht ausgehen in Europa, wenn wir so weiter machen wie in den letzten zehn Jahren.

Die Welt bleibt „shaky“, wird man einen Herrn Strolz wieder in der Politik sehen?

Ich weiß nicht, ob ich wieder in der institutionalisierten Politik sein werde. Ich beobachte, dass ich jetzt gut eineinhalb Jahre draußen bin und dass es sich alle paar Monate anders anfühlt. Wirksamkeit ist mir wichtig, ich bin ein „Impact-Entrepreneur“. Ich will mein Tun als wirksam erleben, ich will einen sinnvollen Beitrag zum großen Ganzen leisten. Die Funktion der Politik ist nur eine Ausformung dessen. Ich bin ein „Gärtner des Lebens“. Das hat viele Gesichter: als Vater, als Autor, als Parteigründer, auch als „Start-up Unternehmer“ … Wenn es uns gelingt, story.one international auszurollen, dann wäre das großartig. Das kann so ein erfüllendes Feld sein. Ich muss nicht klassische Politik machen, um meinen gesellschaftlichen Beitrag einzubringen. Aber ich schließe es auch nicht aus, ich bin ja ein „Brennender“. Man muss seine Leidenschaften kennen. „I don´t know“, wir werden sehen. Jedoch nicht, solange die Kinder noch in der Schule sind, also nicht in den nächsten Jahren.

Wir bedanken uns bei Matthias Strolz für das Gespräch.

Nikola Milenović
Als Student in den Fächern Geschichte und PPÖ ist Nikola bei uns als Interviewer tätig. Ebenso bringt er Erfahrung aus diversen Rhetorik Seminaren mit und ist auch bei der Ideenfindung involviert.

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